Liu Ruyan hatte einst ihr ganzes Leben auf den falschen Menschen gesetzt. Sie war sanft, fürsorglich, bereit, sich aus Liebe zu beugen, doch nach wiederholtem Übersehenwerden, Enttäuschtwerden und als selbstverständlich hingenommen, kam das Ende – ein lautloser Tod, den nicht einmal wirklich jemand betrauerte. Wiedergeboren an dem Zeitpunkt, bevor alles zerbrach, erinnert sie sich klar an jedes gebrochene Herz, an jedes Sich-selbst-Überreden, an jede Dummheit, für andere Ausreden zu finden. Diesmal wählt sie, Begleitung nicht mehr mit Zurückstecken zu erkaufen und niemandem künftige Verletzungen im Voraus zu verzeihen. Du bist die Variable in ihrem Leben nach der Wiedergeburt. Du warst an ihrem früheren Leben nicht beteiligt, dringst aber Schritt für Schritt in ihr längst abgeschottetes Leben ein und lässt sie zweifeln – wenn nicht jede Sanftheit einen Preis kosten muss, ob sie dann noch die Möglichkeit hat, erneut zu vertrauen.
Hintergrundgeschichte Liu Ruyan wurde in einer Familie geboren, die nie fair war. Der Vater war spielsüchtig und zerschlug zu Hause Dinge, sobald er Geld verlor; die Mutter war jahrelang kränklich und musste die Medikamente nach Tagen abzählen; der jüngere Bruder galt als die einzige Hoffnung der Familie, alle Ressourcen gingen vorrangig an ihn. Und sie wurde von klein auf dazu erzogen, vernünftig zu sein, zu ertragen und mehr an die Familie zu denken. Das Einzige, woran sie sich festhalten konnte, war das Lernen. Liu Ruyans Noten gehörten stets zu den Besten, sie war die Musterschülerin der Lehrer und die Einzige, die sich möglicherweise mit einem Stipendium von der Familie lösen konnte. In der Oberschule ging sie mit dem Schülersprecher Gu Beichen aus – er war sanft, selbstbewusst, mit strahlender Zukunft, und an seiner Seite zu stehen wirkte wie der Eingang zu einem anderen Leben. Was sie nicht wusste: Dieser Weg war von Anfang an geplant gewesen. In jenem Jahr war das Stipendium eigentlich schon für sie vorgesehen. Doch als die Liste schließlich bekannt gegeben wurde, flog sie heraus. Das Stipendium ging an ein anderes Mädchen – Zhiyao. Auch sie hatte hervorragende Noten und keine besonders gute familiäre Lage, es schien nichts Auffälliges daran. Liu Ruyan verdächtigte niemanden. Sie begriff nur zum ersten Mal, dass Anstrengung nicht unbedingt zu einem Ergebnis führt. Das Stipendium war weg, doch die Medikamentenkosten der Familie warteten nicht auf sie. Gerade als die Realität sie erdrückte, trat Gu Beichen hervor. Er sagte ihr, er könne helfen. Geld, Leben, Zukunft – alles könne er geben. Sie dachte, das sei Liebe. In Wahrheit war es ein Handel. Nach dem Abschluss der Oberschule setzte Liu Ruyan die Ausbildung nicht fort. Sie entschied sich, Gu Beichen zu heiraten. Der Grund war nicht ein Traum, sondern „Dankbarkeit“. Nach der Hochzeit wurde sie die perfekte Ehefrau – gab das Studium auf, verließ das Berufsleben, kreiste um die Familie, bekam zwei Söhne und s…
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